«Wenn wir das Gute mitteilen, entfaltet es sich...»

Kommission für Medien und Kommunikation | 05.05.2014

«Wenn wir das Gute mitteilen, entfaltet es sich...»

Liebe Pfarreiverantwortliche, liebe Seelsorgerinnen und Seelsorger
Sehr geehrte Damen und Herren

Im März 2013 schauten 5000 Medienschaffende aus aller Welt und mit ihnen Milliarden von Menschen gebannt auf den Kamin der Sixtinischen Kapelle. Kaum war der Name des neuen Papstes verkündet, gab es im Sekundentakt Informationen zu Jorge Mario Bergoglio – dem neuen Papst Franziskus: Newsmeldungen, Blogs, Experten-Stimmen, Filme, Radiobeiträge, ein tosender Sturm in den Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Die Informationsflut war unüberschaubar. Kirchliche Medienstellen lieferten sehr schnell Hintergrund-Informationen über diesen unbekannten Mann aus Argentinien. 

Längst ist die Entwicklung von der Druckpresse ins Internet-Zeitalter vollzogen. Der Computer verbindet uns mit dem www. und das Handy ist nicht mehr nur ein Telefon, sondern ein Kleincomputer, mit dem News abgerufen wie hochgeladen werden. Die Grenzen zwischen journalistischer Massenkommunikation und individueller Kommunikation verschwimmen und damit auch Grenzen zwischen News-Produzenten und -Konsumenten. 

Die kirchliche Medienarbeit hat in dieser Informationsflut eine spannende und  herausfordernde Aufgabe. Sie muss oft auch das ergänzen, was säkularen Medien immer häufiger fehlt: Grundwissen in theologischen, kirchlichen und religiösen Fragen. 

Auch unsere Medien sind im Umbruch.  In der Deutsch- und Westschweiz sowie dem Tessin entstehen bis 2015 sprachregionale Medienhäuser. Die Redaktionen werden nach heutigen Standards und crossmedial, also über verschiedene Kanäle, Information, Hintergrund und Orientierung aus einem christlichen Selbstverständnis heraus liefern. Wir sind herausgefordert, über unseren Glauben zu sprechen, über die Würde aller Menschen, über Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Genauso fordern uns kircheninterne Konflikte zu offener Kommunikation heraus.

„Wenn wir das Gute mitteilen, entfaltet es sich“, schreibt Papst Franziskus in Evangelii gaudium.

Mit dem Good-News-Preis zeichnen wir wieder ein Projekt oder engagierte Personen aus, die mit ihrem Engagement ein positives Echo in den Medien bewirkten. Nehmen auch Sie teil an der Abstimmung und motivieren Sie andere zur Stimmabgabe.

Mit der Medienkollekte unterstützen Sie eine zentrale Aufgabe der Kirche. Nach innen geht es darum, Menschen im Glauben zu stärken und sie bestmöglich zu informieren. Nach aussen fordern uns die vielen „treuen Abwesenden“ und die Interessierten an religiös-ethischen Fragen heraus, sie weiter mit unseren Themen anzusprechen. 

Ich danke Ihnen für die Unterstützung.

Mit herzlichen Grüssen,

Sabine Rüthemann
Kommunikationsbeauftragte Bistum St. Gallen und Co-Präsidentin der katholischen Nachrichtenagentur Kipa