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Vorschläge für die Liturgie

31.03.2016

Vorschläge für die Liturgie

50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

1.Mai 2016 - 6 Sonntag der Osterzeit

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Einleitung

 

Liebe Mitchristinnen! Liebe Mitchristen!

An diesem Wochenende feiert unsere katholische Kirche den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Die Botschaft von Papst Franziskus zum 50. Mediensonntag trägt in diesem Jahr der Barmherzigkeit den Titel «Kommunikation und Barmherzig­keit: eine fruchtbare Begegnung». Das Motto ist der Botschaft von Papst Franziskus entnommen: «Kommunikation bringt uns näher.» In der Tat: Was wären unsere Kom­munikationsmittel, wenn sie nicht im Dienste der menschlichen Begegnung und der Barmherzigkeit stehen würden?

An diesem Mediensonntag sollen unsere Gebete speziell den Medienschaffenden gelten, die täglich ihrer Arbeit in Presse, Radio und Fernsehen, im Internet und in den sozialen Medien nachgehen. Und möge uns die Eucharistie als Quelle der wahren Begegnung Hilfe sein für unsere Barmherzigkeit, die wir auch mittels eines verantwortungsvollen Umganges mit den modernen sozialen Kommunikationsmitteln ausüben.

 

 

Wortgottesdienst

 

1. Lesung:        Apg 15,1–2.22–29

Psalm:               Ps 67,2–3.5.6 und 8 (R: 4)

2. Lesung:        Offb 21,10-14.22-23

Evangelium:     Joh 14,23–29

 

 

Kurzer Kommentar zu den Lesungen des 6. Sonntags der Osterzeit des Lesejahres C

zu einer Kommunikation, die verbindet, und einer Barmherzigkeit, die besänftigt

Weihbischof Alain de Raemy

 

Der heilige Geist und wir (Apg 15,1-29)

Wer würde es heute wagen, eine solche Überheblichkeit öffentlich vorzutragen! Wir stellen aber fest, dass diese Formulierung in einem Brief von Christen an Christen steht. Doch selbst hier! Stellen wir uns mal vor, der Bischof einer Diözese würde sich in einem Hirtenbrief oder in einem privaten Schreiben so an uns wenden ... Schon viel weniger würde man ihm übel nehmen.

Eines ist aber sicher. In der tiefsten Bedeutung der Stellvertretung Christi beinhaltet der apostolische Dienst notwendigerweise Aufrufe und Ermahnungen. Dem Beispiel der Apostel und Ältesten (den Vorläufern der Bischöfe und Priester) folgend, schliesst dieser Dienst immer auch dieses kleine Wort mit ein, das den ganzen Unterschied ausmacht: „seid mutig“ und nicht bloss „lebt wohl“, wie es manchmal übersetzt wird. In anderen Worten, wenn das, was der Glauben und das Leben in der Kirche verlangt, anspruchsvoll ist und mich hinterfragt (das galt sowohl für die zum Christentum konvertierten Juden, die von vielen Heiden übertroffen wurden, die ebenfalls Christen geworden sind, aber mit weniger Gesetzten belastet), so anerkennt der Amtsträger, der das von mir verlangt mit dem Aufruf „habt Mut“, wie sehr er meine Schwierigkeiten kennt und anerkennt.

Kurz gesagt: Barmherzig mitteilen – damit die Kommunikation uns verbinde und uns der Wahrheit näher bringe.

 

Kirche, die keine Kirche ist (Offb 21,10-23)

„Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm“. Nichts ist weniger christlich als das Aufstellen von Mauern, nichts heidnischer als das Errichten von Mauern. Die Hoffnung, die der heilige Johannes den verfolgten, inhaftierten und gequälten Christen seiner Zeit gibt, ist die einer Öffnung, die einer Gegenwart, die sich den Anwesenden schenkt. Der Schutz eines Tempels gehört nicht unbedingt zur Gotteserfahrung. Es reicht, in den Fussstapfen der Apostel zu treten, um Jesus als geopfertes Lamm, das seinen Feind liebt, zu verstehen und anzunehmen, um selbst während den Schattenseiten dieses Lebens in der Sonne Gottes zu sein. Öffnen wir uns der Barmherzigkeit, damit uns diese mitgeteilte Barmherzigkeit verbinde, alle, ohne Mauern.

 

Mitgeteilt, um gesagt zu haben (Joh 14,23-29)

„Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin...“. „Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht ...“.

Die Eilfertigkeit Jesu am Vortag seiner Passion ist berührend. Etwas will er seinen Jüngern unbedingt mitteilen, er will, dass sie ihn auf gesunde Art und Weise liebhaben und sich nicht in erster Linie an einer Lehre festklammern: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten ... Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest“. Darum geht es. Auch heute noch. Der Christ kommt von Christus, ist für Christus, mit Christus und in Christus; er ist begeistert von ihm, nicht nur von den von ihm vertretenen Werten, so gut und schön sie auch seien. Gepackt von Jesus (und nicht nur ein Christusgelehrter) wird der Christ von Liebe geleitet und zum Vater hingeführt und macht die Erfahrung des Heiligen Geistes, seines Verteidigers, Anwaltes, Trostes und seiner Stütze ... Wie könnte man diese Liebe nicht sehen, die beruhigt und den Frieden bringt: diese Barmherzigkeit, die erlaubt, sich mitzuteilen. Lieben, um zu lieben. Das bringt uns einander näher. Wahrhaftig.

 

 

Ankündigung der Kollekte des Mediensonntags

Seine Stimme erheben, in der pluralistischen Gesellschaft präsent sein, das ist Teil der kirchlichen Sendung. Die Kirche nimmt diese Aufgabe wahr unter anderem durch die Me­dien. Mit der Kollekte am heutigen Mediensonntag, die Ihnen von unseren Bischöfen sehr empfohlen wird, fördern Sie die Präsenz der Kirche in den Medien. Die unterstützten Institutionen tragen dazu bei, dass die gute Nachricht und gute Nachrichten (Good News) durch die verschiedensten Medien – alte und neue - in die Öffentlichkeit gelangen. Wir danken Ihnen im Namen der Bischöfe ganz herzlich für Ihre Gabe.

 

 

Credo: gesprochen

Fürbitten

 

Einleitung: Zusammen mit unserem Papst Franziskus möchten wir dafür beten, dass die Medien und die sozialen Netzwerke von Wahrheit und Barmherzigkeit geprägt seien. Lasst uns für die Kirche und die Welt beten:

1.         Für unsere politischen Verantwortungsträger, dass sie eine respektvolle Art zu kommunizieren vorleben, die zur Freiheit und Verantwortlichkeit jedes Bürgers ermutigt.

2.         Dass die Verbreitung von Hass, Lüge und Korruption wirksam bekämpft werde, gerade auch durch alle weltlichen und kirchlichen Autoritäten.

3.         Für die im öffentlichen Dienst und den privaten Medien angestellten Journa­listen, dass sie immer ein Vorbild für den respektvollen Umgang mit den Menschen und die Suche nach dem Allgemeinwohl seien.

4.         Für die Arbeit der Kirche in den Medien, dass sie im Bemühen um die Verkündigung unerschütterlich in der Wahrheit und der Barmherzigkeit verankert bleibe.

5.         Für alle Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung, dass wir sie in unserer Art zu kommunizieren nie vergessen.

6.         Für die Wissenschaftler auf der Suche nach neuen Kommunikationsmöglich­keiten, dass sie stet die Würde des Menschen und den Respekt vor der Umwelt vor Augen haben.

 

Abschluss: Herr, unser Gott, gib, dass die Barmherzigkeit, die uns dir annähert, in unserer Art zu kommunizieren immer gegenwärtiger sei, durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Impressum

 

Kommission für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz, in Zusammenarbeit mit dem Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz, Freiburg, www.liturgie.ch

Kommentar und Fürbitten: Mgr Alain de Raemy, Medienbischof, Freiburg (alain.deraemy@diocese-lgf.ch); Übersetzung: Prisca Zurrón, Freiburg

Die Unterlagen sind in elektronischer Form verfügbar: www.mediensonntag.ch