Heiliger Vater Heiliger Vater | 16.04.2018

Botschaft vom Papst Franziskus zum 52. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel - 2018


16.04.2018

Es genügt nicht, dass es wahr ist


Mediencommuniqué | 16.04.2018

Botschaft des Medienbischofs

Es genügt nicht, dass es wahr ist

Dies ist vielleicht die subtilste Passage aus der Botschaft von Papst Franziskus zum 52. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Gewidmet ist sie den fake news, also der vor allem in sozialen Netzwerken verbreiteten Desinformation. Diese Netzwerke ähneln dabei oftmals einem Ghetto: «Zudem muss die Wahrheit immer wieder neu aufgespürt werden, weil sich überall etwas Falsches einschleichen kann, auch wenn man Dinge sagt, die wahr sind. So mag eine schlüssige Argumentation zwar auf unleugbare Fakten gestützt sein – wird sie aber dazu genutzt, den anderen zu verletzen, ihn in den Augen Dritter abzuwerten, dann wohnt ihr nicht die Wahrheit inne, wie richtig diese Argumentation auch erscheinen mag. Die Wahrheit der Aussagen erkennt man an ihren Früchten: daran also, ob sie Polemik, Spaltung und Resignation auslösen – oder eine gewissenhafte und reife Diskussion, einen konstruktiven Dialog und ein fruchtbares Schaffen» (am Ende des Absatzes von Punkt 3).

Anders ausgedrückt: Ich kann auch ohne zu lügen unehrlich sein. Ohne fake kann ich hate! Ich kann hassen und dabei die Wahrheit sagen… Ja, es kann sein, dass ich Dinge behaupte, die wahr sind, es mir aber gar nicht um die Suche nach Wahrheit, sondern um Verunglimpfung, Anklage, Konflikt und Verurteilung geht. Wir müssen deshalb wachsam sein und auf das Wann, das Wie und den Ton in unserer Kommunikation achten! Auch in der Kirche.

Möge der diesjährige Welttag der sozialen Kommunikationsmittel unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Wahrheit, sondern auch auf den Umgang mit Wahrheiten lenken, um wahrhaftig zu kommunizieren!

 

Alain de Raemy, zuständig für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz